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Jahresbilanz Kriminalität 2019 des PP Bielefeld

PK Jahresbilanz Kriminalität PP Bielefeld
Jahresbilanz Kriminalität 2019 des PP Bielefeld
Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere und der Leiter der Direktion Kriminalität, Leitender Kriminaldirektor Wolfgang Niewald, stellten die Kriminalitätsentwicklung 2019 für das Bielefelder Stadtgebiet vor.
Rehmert, Sonja

Gesamtentwicklung

Die positive Kriminalitätsentwicklung, die sich seit dem Jahr 2017 in Bielefeld zeigt, setzte sich auch im vergangenen Jahr erfreulicherweise fort.

Die Gesamtzahl der Straftaten reduzierte sich weiter um 4%, was erneut auf gesunkene Fallzahlen im Bereich der Eigentumsdelikte, der Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie der Gewalt- und Straßenkriminalität zurückzuführen ist. Etwa 35% der Gesamtkriminalität waren Diebstahlsdelikten zuzuordnen. 
 
13.719 Fälle konnten geklärt werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 61,5%, die damit gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden konnte.

Von 9.966 ermittelten Tatverdächtigen waren 4.283 nichtdeutscher Staatsangehörigkeit. 
 
Unsere Aktivitäten zur Bekämpfung der Gewalt- und Straßenkriminalität im Innenstadtbereich trugen auch im Jahr 2019 dazu bei, dass die Fallzahlen in diesen Deliktsbereichen weiter rückläufig waren. Die Gewaltkriminalität ging um 4,8% auf 796 Fälle zurück, die Fälle von Straßenkriminalität reduzierten sich um 5,8% auf 4.770 Delikte.

Eine positive Entwicklung ist hier besonders hervorzuheben - Straßenraubdelikte, die Bürgerinnen und Bürger häufig als besonders beunruhigend empfinden, reduzierten sich um über 35%. Verzeichneten wir im Jahr 2010 noch 201 Fälle, so waren es nach kontinuierlich sinkenden Fallzahlen im Jahr 2019 noch 77 Straßenraubdelikte. 
 
Die Fallzahlen des Wohnungseinbruchs stiegen in Bielefeld analog zum Landestrend zum Ende des Jahres 2019 wieder an. Die Gesamtzahl der Wohnungseinbrüche erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr leicht von 495 auf 498. Die Aufklärungsquote konnte hier von über 15% auf über 21% gesteigert werden.  Da die weitere Entwicklung derzeit unklar ist, soll das Themenfeld auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt unserer täglichen Arbeit bleiben.

Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registrierten wir insgesamt 301 Fälle und damit 34 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei etwa 80%. Auch wenn uns die Ermittlungen im Missbrauchskomplex Lügde im Jahr 2019 stark beschäftigt und belastet haben, schlagen sich die Fallzahlen dazu nicht in unserer Kriminalstatistik nieder, da sich die Tatorte nicht in Bielefeld befanden. 
   
Für Bielefeld verzeichneten wir im vergangenen Jahr 39 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Das ist ein Fall mehr als im Vorjahr. Unter den 39 Fällen befanden sich sechs Delikte des schweren sexuellen Missbrauchs. Von den 39 Delikten konnten 27 aufgeklärt werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von knapp 70%. 
Die Verbreitung pornografischer Erzeugnisse nahm weiter spürbar zu. Die Fallzahlen stiegen von 47 auf 64 an. Mit 59 geklärten Fällen lag die Aufklärungsquote bei 92%.


Im Jahr 2019 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik erstmalig Tatmittel erfasst. Insgesamt wurden in Bielefeld 118 Taten mit einem Messer oder einer sonstigen Stichwaffe begangen. Messer wurden insgesamt 98 mal bei Körperverletzungen bzw. Bedrohungen verwendet. 13 mal lag ein Verstoß gegen das Waffengesetz zu Grunde. 
 
In Bielefeld wurden im Jahr 2019 insgesamt zehn Straftaten gehen das Leben verübt. In acht Fällen konnten Mordkommissionen die Tat aufklären. 
 
In ganz Ostwestfalen wurden unsere Mordkommissionen in 36 Fällen eingesetzt. 

Ausblick

Auch wenn die Fallzahlen im Bereich der Gewalt- und Straßenkriminalität weiter rückläufig sind, ist uns die Sicherheit in der Bielefelder Innenstadt weiter ein besonderes Anliegen.

Deshalb werden wir uns auch weiterhin insbesondere in den Bereichen Stadthallenumfeld, Jahnplatz und Kesselbrink mit starker Präsenz, Razzien und Personenkontrollen, Platzverweisen sowie Bereichsbetretungsverboten der Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum widmen und daran mitwirken, dass alle Akteure beim Themenfeld Sicherheit im Rahmen ihrer Zuständigkeiten gemeinsam zu einer Verbesserung der Situation in der Innenstadt beitragen. 
 
Es geht darum, dass nicht nur objektiv die Zahlen stimmen, sondern dass sich die Menschen sicher fühlen, wenn sie in der Stadt unterwegs sind.