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Ermittlungsstand Mordkommission "Wilhelm"

Kriminaltechnik Faserspuren
Ermittlungsstand Mordkommission "Wilhelm"
Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld teilen Ermittlungsstand zu den Mordfällen in Hille im Kreis Minden-Lübbecke mit.
Sonja Rehmert

Der 51-jährige Jörg W. aus Hille, der im dringenden Verdacht steht, einen 30-jährigen Familienvater aus Stadthagen, einen 71-jährigen Nachbarn sowie einen 64-jährigen Hilfsarbeiter ermordet zu haben, hatte offenbar einen Helfer.

Die Ermittler der Mordkommission "Wilhelm", unter der Leitung des Bielefelder Kriminalhauptkommissars Markus Mertens, arbeiten seit Wochen unter Hockdruck an der Aufklärung der drei Tatgeschehen und der Hintergründe.

Rückblick

Obduktion der zwei aufgefundenen Toten und DNA-Abgleich

Nachdem am Mittwoch, 14.03.2018, zwei Leichen auf dem Grundstück des Tatverdächtigen Jörg W. aufgefunden wurden, liegt mittlerweile das vorläufige Ergebnis der Obduktion vor.

Die Obduktion hat ergeben, dass beide Männer Opfer erheblicher Gewaltanwendungen geworden sind, die todesursächlich waren. Im Anschluss an die Obduktion führten DNA-Abgleiche zu dem Ergebnis, dass es sich bei den geborgenen Toten um den 71-jährigen Nachbarn und den 65-jährigen Hilfsarbeiter handelt.

Es besteht der dringende Tatverdacht, dass Jörg W. die beiden Männer getötet hat.

Ursprünglicher Tatverdacht

Der 51-Jährige ist auch dringend tatverdächtig, einen syrisch-türkisch-stämmigen 30-jährigen Mann am Sonntag, 04.03.2018, in einer Scheune in Hille getötet zu haben.
Es liegen bislang keinerlei Hinweise vor, dass an der Tötung des 30-Jährigen aus Stadthagen ein Mittäter beteiligt war.

Motiv

Die Ermittler der Mordkommission versuchen weiterhin, das Motiv des 51-Jährigen zu klären.
Die Geschäftsbeziehung zu dem 30-Jährigen und mögliche finanzielle Vorteile im Zusammenhang mit dem Verschwinden des 71- und 65-Jährigen stehen dabei im Fokus der Ermittlungen.

Bei der Festnahme des Beschuldigten 51-Jährigen am 10.03.2018 entdeckten Polizeibeamte bei ihm die EC-Karten des Hilfsarbeiters und des Nachbarn.

Während der umfangreichen Finanzermittlungen stießen die Ermittler der Mordkommission auf Geldabhebungen, die nach dem Tod der beiden Opfer vorgenommen wurden. Eine Abhebung fand in der Nähe des Festnahmeorts des Tatverdächtigen statt. Zudem liegt Bildmaterial vor, das den Beschuldigten bei der Abhebung an einem Geldautomat zeigt.

Transport zum PP Bielefeld und Vernehmung

Am Freitag, 16.03.2018, setzte die Polizei zum Transport des 51-Jährigen zum Polizeipräsidium Bielefeld einen Polizeihubschrauber ein. Angehörige der Bielefelder Spezialeinheit begleiteten den Tatverdächtigen.

Bei der Vernehmung durch die Mordkommission war die Rechtsanwältin des 51-Jährigen anwesend. Bislang machte er keine Angaben zur Sache. Nach seiner Vernehmung trat der 51-Jährige die Untersuchungshaft in einer Bielefelder JVA an.

Tatortbeamte der Mordkommission konnten in dem Haus von Jörg W. ein Messer finden, an dem sich die DNA des 64-jährigen Hilfsarbeiters befand.

Bei der Auswertung von Beweismitteln aus dem IT-Bereich ergaben sich Hinweise darauf, dass der 51-Jährige aus Hille bei der Tötung des 64-jährigen Hilfsarbeiters im Jahr 2017 einen Helfer hatte. Gegen diesen Helfer wurde zwischenzeitlich ein Haftbefehl erwirkt. Es handelt sich um einen heute 24-jährigen Deutschen, der mit dem 51-jährigen und dessen Ehefrau auf dem Hof in Hille in häuslicher Gemeinschaft lebte.

Der Zeitsoldat konnte an seinem Arbeitsplatz in Schleswig Holstein festgenommen und dem Haftrichter in Bielefeld vorgeführt werden, der den Haftbefehl verkündete. Der 24-Jährige ist weder vorbestraft noch polizeilich in Erscheinung getreten. Gegenüber der Polizei machte er Angaben zu allen drei Tötungshandlungen, wobei er den 51-jährigen Hofeigentümer schwer belastete.

Bezüglich des 51-jährigen Beschuldigten wurde mittlerweile Haftbefehl wegen dreifachen Mordes erlassen. Es besteht der dringende Tatverdacht, dass Jörg W. bei der Tötung der beiden Älteren aus Habgier gehandelt hat.

Parallel zu den Ermittlungen in den drei Mordfällen nimmt die Mordkommission "Wilhelm" jetzt auch den Lebenslauf des 51-jährigen Jörg W. systematisch unter die Lupe. Zu diesem Zweck wurde die Anzahl der Ermittler um weitere sieben auf jetzt 29 Beamte aufgestockt, die aus mehreren, nahegelegenen Kreispolizeibehörden entsandt wurden.

Hinweise auf weitere Opfer liegen zum jetzigen Ermittlungsstand nicht vor.