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Jahresbilanz Verkehr 2020

PK Verkehr
Jahresbilanz Verkehr 2020
Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere und der Leiter der Direktion Verkehr, Leitender Polizeidirektor Bertram Welsing, stellten die Verkehrsunfallentwicklung 2020 für Stadt und BAB vor.
Sonja Rehmert

Statement Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere zur Pressekonferenz Jahresbilanz Verkehr 2020

"Im vergangenen Jahr ereigneten sich sowohl im Bielefelder Stadtgebiet, als auch auf den ostwestfälischen Autobahnabschnitten deutlich weniger Verkehrsunfälle und es kamen sehr viel weniger Menschen bei Verkehrsunfällen zu Schaden. Das geringere Verkehrsaufkommen auf den Straßen während der Corona-Pandemie dürfte mitursächlich für diese erfreuliche Entwicklung sein.

Zu den Entwicklungen im Stadtgebiet:

Im Stadtgebiet erfassten wir 7.831 Verkehrsunfälle, das sind 21% weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sank um 10,5% auf 929. 1.144 Menschen verunglückten, das sind 11,5% weniger als im Jahr 2019.
Darunter verloren sieben Menschen ihr Leben.

Bemerkenswert ist, dass bei den Zielgruppen Kinder, Jugendliche, Junge Erwachsene, Erwachsene und Senioren sowie bei den Verkehrsbeteiligungen Rad Fahrende und Fußgänger die Anzahl der Verunglückten sank.

Auch wenn während der Pandemie im vergangenen Jahr als Alternative zum öffentlichen Nahverkehr mutmaßlich mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs waren, sank die Gesamtzahl der verunglückten Rad Fahrenden um etwa 4%. Darunter verzeichneten wir jedoch sechs Schwerverletzte mehr.
Es verunglückten 64 Pedelec-Fahrer, das sind 12 mehr als im Vorjahr. Der seit 2017 anhaltende Trend zu mehr verunglückten Pedelecfahrern hält damit auch im Jahr 2020 an.

Fehler beim Abbiegen und Wenden waren nach wie vor Hauptunfallursache Nr. 1 im Stadtgebiet vor Missachtung von Vorfahrt und Vorrang und Abstandsverstößen.
Diese Hauptunfallursachen spielten in derselben Reihenfolge ebenfalls die größte Rolle bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden.
So kam es beim Abbiegen eines LKW von der Voltmannstraße nach rechts in die Jöllenbecker Straße am 24.09.2020 zu einem Zusammenstoß mit einer 64-jährigen Pedelecfahrerin, die an der Kreuzung in gleicher Richtung geradeaus fuhr und in Folge der Kollision verstarb.
Ein unter Drogeneinfluss stehender 28-jähriger Pedelecfahrer kam am 29.11.2020 zu Tode, als er den Vorrang einer Straßenbahn am Niederwall missachtete und es zur Kollision mit dem Schienenfahrzeug kam.

Unter Beteiligung von E-Scootern ereigneten sich in 2020 insgesamt 16 Unfälle, dabei verletzten sich 9 Menschen, einer schwer und 8 leicht. Ein Verkehrsunfall mit Sachschaden ereignete sich dabei unter Alkoholeinwirkung.

Zu den Entwicklungen auf den Autobahnen:

Auf den Autobahnen in unserem Zuständigkeitsbereich ereigneten sich mit insgesamt 1.753 Verkehrsunfällen 598 weniger als im Vorjahr, das ist ein Rückgang um etwas mehr als 25%. Es gab weniger Getötete und weniger Leichtverletzte, allerdings stieg die Anzahl der Schwerverletzten von 146 auf 150 leicht an.
Die Gesamtzahl der Verunglückten reduzierte sich um 19,5%.

Spielten im vorvergangenen Jahr noch Fehler beim Überholen die größte Rolle bei Verkehrsunfällen, so war in 2020 nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache bei allen Verkehrsunfällen auf den Autobahnen.
Aufgrund dieser Unfallursache kam es zum Beispiel am 15.12.2020 zu einem tödlichen Verkehrsunfall auf der A33. Ein 41-Jähriger PKW-Fahrer kam beim Verlassen der Autobahn an der Anschlussstelle Borchen aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit nach links von der Fahrbahn ab, fuhr in den Böschungsbereich und überschlug sich mehrfach.

Wir treffen konsequent Maßnahmen gegen zu schnelles Fahren. Im Jahr 2020 verzeichneten wir auf den Autobahnen insgesamt knapp über 39.000 Geschwindigkeitsverstöße, im Jahr 2019 waren es knapp über 27.000.
Seit dem 26.02.2020 verfügt der der Verkehrsdienst der Autobahnpolizei über einen so genannten Enforcement-Trailer. Bei diesem Trailer handelt es sich um eine mobile Geschwindigkeitsmessanlage, die temporär aufgebaut wird.
Der Blitzer war an 324 Tagen an 9 Messstellen im Einsatz. Dabei durchfuhren fast zwei Millionen (1.999.282) Fahrzeuge die Messstellen. Es wurden 27.572 Verstöße festgestellt, davon lagen 14.585 Verstöße in Anzeigenbereich und 12.987 Verstöße in Verwarngeldbereich.

Im Jahr 2020 sind wir aber nicht nur gegen Raser, sondern auch gegen Drängler und andere Verkehrsrowdys vorgegangen. Im gesamten Zuständigkeitsbereich haben wir über 100.000 Verwarngelder erhoben oder Anzeigen gefertigt.
Trauriger Spitzenreiter der höchsten Geschwindigkeitsüberschreitung war im Dezember 2020 ein PKW-Fahrer auf der Herforder Straße in Höhe Hausnummer 155, der mit 126 km/ h bei erlaubten 50 km/ h innerhalb geschlossener Ortschaft fuhr. Die Konsequenzen der vorwerfbaren 70 km/ h-Überschreitung waren ein Bußgeld von 680 Euro, ein dreimonatiges Fahrverbot und zwei Punkte im Fahreignungs-Bewertungssystem.

Unser Ziel ist es weiterhin, durch zielgerichtete und konsequente Ahndung von Verkehrsverstößen in Kombination mit Verkehrsunfallprävention und Verkehrsraumgestaltung zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Stadtgebiet und auf den Autobahnen in OWL beizutragen.
Aber auch gegenseitige Beachtung und Rücksichtnahme im Verkehrsraum ist unerlässlich, damit sich die positive Entwicklung auch in diesem Jahr fortsetzt."

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