Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

Menü

Inhalt

PK Jahresbilanz Kriminalität 2021
Jahresbilanz Kriminalität 2021
Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere und der Leiter der Direktion Kriminalität, Leitender Kriminaldirektor Wolfgang Niewald, stellten die Kriminalitätsentwicklung 2021 für das Bielefelder Stadtgebiet vor.
Sonja Rehmert

Statement der Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere zur Pressekonferenz Jahresbilanz Kriminalität 2021

"Im Jahr 2021 wurden für Bielefeld 20.216 Straftaten registriert, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um knapp 13%. Dies ist auf spürbar rückläufige Fallzahlen insbesondere im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte und der Diebstahlskriminalität zurückzuführen. 31,3% der Gesamtkriminalität in Bielefeld war Diebstahlsdelikten und circa 21,3% Vermögens- und Fälschungsdelikten zuzuordnen. Damit entfällt 52,6% der Gesamtkriminalität auf Diebstahls- und Vermögensdelikte.

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten war gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Rückgang um 971 Fälle auf insgesamt 4.306 Straftaten zu verzeichnen. Insbesondere die Betrugsdelikte waren stark rückläufig, darunter auch ein Rückgang der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen von 192 auf 49 Taten. Etwas mehr als ein Drittel der Betrugsdelikte ging auf Beförderungserschleichungen zurück.

Der seit Jahren anhaltende positive Trend sinkender Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahl konnte weiter fortgesetzt werden. Die Zahl der Taten sank nochmals um 45,5% auf insgesamt 212 Delikte. Nicht nur die Corona-Einschränkungen und Grenzschließungen wirkten sich positiv auf diese Entwicklung aus, sondern auch die nachhaltige Bekämpfung des Wohnungseinbruchs leistete weiterhin ihren Beitrag dazu. So endeten knapp die Hälfte der Einbruchsversuche in Bielefeld ohne dass die Täter das Tatobjekt betreten hatten. Hier zeigt sich, dass die Präventions- und Netzwerkarbeit, unter anderem im Rahmen von „Sicher wohnen in Bielefeld“ und der landesweiten Kampagne „Riegel vor! Sicher ist sicherer.“ im Zusammenhang mit durchgeführten Beratungsgesprächen, Wirkung zeigt.

Wir fokussieren uns seit Jahren auf die Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum in der Bielefelder Innenstadt. Unsere Konzeptionen wurden mehrfach ausgeweitet und angepasst, insbesondere wenn sich Szenen an einzelnen Plätzen konzentrierten und Fallzahlen anstiegen. Im Rahmen eines Behördenschwerpunkts sind alle Fachdirektionen intensiv eingebunden, um die Sicherheit in der Bielefelder Innenstadt zu gewährleisten. Erfreulich ist in dem Zusammenhang, dass die Gewalt-, Straßen- und Rauschgiftkriminalität in Bielefeld im vergangenen Jahr sank. Nach einem Anstieg um 7% im Jahr 2020 sank die Anzahl der Gewaltdelikte um 4,3%. Die Straßenkriminalität ging um 14,5% zurück, die Anzahl der Rauschgiftdelikte verringerte sich sogar um 20,3%.

Im Jahr 2021 verzeichneten wir wieder etwas mehr Messerangriffe als im Vorjahr. Insgesamt wurden bei 99 Straftaten Messer als Tatmittel eingesetzt, im Jahr davor waren es 10 Taten weniger. In keinem Fall wurde ein Messer als Tatmittel bei einer Straftat gegen das Leben eingesetzt.

In Bielefeld wurden zwei Morde, eine fahrlässige Tötung und zwei Totschlagsfälle begangen. Unsere Mordkommissionen konnte alle Taten aufklären.

Die Anzahl der Einsätze unserer Mordkommission in Ostwestfalen-Lippe bewegte sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Mit 49 Fällen wurden drei Kommissionen weniger eingesetzt als in 2020.

Anstiege waren bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verzeichnen. Insgesamt erhöhte sich die Gesamtzahl der Straftaten hier von 439 auf 480 Fälle. Der Gesamtanstieg ist mit einer Zunahme von Fällen der Verbreitung pornografischer Erzeugnisse von 126 auf 204 zu erklären. Bei Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch von Kindern waren hingegen Rückgänge zu verzeichnen. Es wurden sieben Taten des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt, das sind 10 Taten oder 58,8% weniger als im Vorjahr.

Hatte die Corona-Pandemie im Jahr 2020 im Hellfeld keine signifikanten Auswirkungen auf die häusliche Gewalt in Bielefeld, so stiegen die Fallzahlen im Jahr 2021 um 41 Delikte an. Mit 890 Fällen sind damit aber nicht die Höchststände aus den Jahren 2016 und 2017 erreicht. Die Anzahl der Wohnungsverweisungen liegt mit 274 auf dem zweithöchsten Stand der letzten 10 Jahre. Dies zeigt, dass wir verstärkt zeitnah auf gefahrenabwehrende Maßnahmen setzen, um das Opfer vor weiteren Angriffen zu schützen.

Das Thema „Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum in der Bielefelder Innenstadt“ bleibt ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir setzen darauf, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, Straftaten konsequent zu verfolgen und jederzeit für Bürgerinnen und Bürger ansprechbar zu sein, um das Sicherheitsgefühl und die Kriminalitätsentwicklung positiv zu beeinflussen. Dazu agieren wir insbesondere in den Bereichen Stadthallenumfeld, Jahnplatz und Kesselbrink mit starker Präsenz, Razzien und Personenkontrollen, Platzverweisen sowie Bereichsbetretungsverboten.

Wir sind aber nicht alleiniger Akteur. Deshalb befinden wir uns in engem Austausch mit städtischen oder sonstigen Verantwortungsträgern und Partnern, um auch Möglichkeiten außerhalb des direkten polizeilichen Einflussbereiches auszuloten."

 

In dringenden Fällen: Polizeinotruf 110